Im Wald stehen zahllose Gratis-Pylonen, die kaum genutzt werden. Wenn du einen Platz im Wald oder auch nur eine Baumgruppe oder -reihe am Wegesrand hast, die du mit Pferd betreten darfst(!!!), finden sich viele Möglichkeiten, dein Pferd zu gymnastizieren. Und für die erste Übung an diesem Ort musst du selbst nicht einmal mehr tun als einfach vorauszulaufen.

Führe dein Pferd am langen Strick um die Bäume, als wären es Slalomstangen. Dadurch, dass in der Natur die Bäume nunmal nicht in Reih und Glied und im immergleichen Abstand wachsen, muss dein Pferd von Kurve zu Kurve seine Biegung und sein Gleichgewicht anpassen. Hinzu kommt, dass der Untergrund nicht ebenmässig & gerade und manchmal sogar abschüssig oder ansteigend ist - je nach Gegebenheit.

Du entscheidest, um welchen Baum als nächstes gelaufen wird. Dein Pferd sollte dir also aufmerksam folgen und muss, um nicht von einer engen Wendung oder abfallendem Untergrund überrascht zu werden, eine gewisse Körperspannung aufrecht erhalten. Von dir verlangt das aber eine vorausschauende Wegwahl um keine „eckigen Kurven“ zu bilden.

Der Effekt der Übung besteht darin, dass dein Pferd - ohne dass du etwas dafür tun musst - Hankenbeugung und Lastaufnahme der Hinterhand sowie seine Bauchmuskeln (und somit den Rücken) trainiert. Außerdem wird es durch das wechselnde Rechs–Links in der Längsbiegung geschmeidig und übt ganz von alleine Handwechsel.

Bäume sind beeindruckender als Pylonen, weshalb Pferde in der Regel sich an einem Baum vorbei automatisch korrekter biegen als an einer Pylone. Kein Pferd möchte sich das Bäuchlein stoßen.

Aber Achtung: Viele Pferde versuchen sich aus dieser Übung zu mogeln indem sie schneller werden und am Besitzer vorbei zu huschen versuchen. Vergiss nicht, das Ganze ist anstrengend, besonders bei schrägem Untergrund. Gönne deinem Pferd also Pausen!

Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit Patricia Wegmann.