Während beim „steil bergauf“ vermehrt die Schubkraft trainiert wird, wird nun im „steil bergab“ die Tragkraft gefördert. Dein Pferd muss, um nicht den Hang hinab zu purzeln, seine Hinterhand weit unter den Körper schieben.

Wichtig ist es, langsam bergab zu gehen. Dies ist für die Oberschenkelmuskulatur sehr anstrengend, da sich ihre Arbeitsweise umkehrt: Normalerweise werden die Muskeln langsam angespannt und schnell wieder entspannt. Im steilen Gelände dreht es sich um: Die Oberschenkelmuskeln werden schnell angespannt und langsam unter Spannung wieder verlängert („entspannt“). Dies ist die effektivste Art einen Muskel zu trainieren!

Dein Pferd benötigt dabei seinen Hals als Balancierstange, gib ihm also genügend Seil bzw. Zügel.

Patricia Wegmann:
Wer sich schon einmal mit einer Bergbahn auf einen Berg hochfahren liess und dann "einfach nur" den Abstieg gemacht hat, weiss wovon Judith hier spricht. Tierischer Muskelkater am Folgetag lässt grüssen
Abwärts ist wirklich nicht zu unterschätzen, wenn es um Muskeltätigkeit geht.

Umsetzungstechnisch kann man auch hier - wie schon beim Beitrag zum Thema "Steil Bergauf" - mit dem Pferd gemeinsam klettern gehen oder es seitlich über eine kleine Böschung schicken.
Wenn ihr mit Eurem Pferd zusammen klettert, dann achtet gut darauf, dass das Pferd Euch nicht umrennt! Seid achtsam und registriert, was Euer Pferd tut. Es kann immer mal vorkommen, dass es den Abstieg in einem Satz machen möchte, zu schnell wird oder gar etwas rutscht. Haltet also genügend Sicherheitsabstand zwischen Euch und Eurem Pferd - vor allem, wenn ihr das zum ersten Mal gemeinsam macht!


Wichtig: Auch hier gilt - nur bei trockener Witterung bzw. trockenem Boden. Und bitte fremden Landbesitz achten und respektieren.