Darf ich vorstellen? Meine neuen WG-Mitglieder. Sie hören auf den Namen Hirudo verbana oder Blutegel. Seit ein paar Tagen leben sie in meinem Keller und warten geduldig auf ihre Blutmahlzeit.

Hirudo verbana, der mediterrane medizinische Blutegel, gehört der Gattung der Ringelwürmer an. In freier Natur kommt er u.a. in der Türkei, Italien und der südlichen Schweiz vor. Da Anfang des 19. Jahrhunderts der europäische medizinische Blutegel, Hirudo medicinalis, durch übermässige Nutzung beinahe ausgerottet wurde und nun unter Naturschutz steht, wird in der Medizin vor allem Hirudo verbana eingesetzt. Er ist an seinem Pigmentlosen Bauch von Hirudo medicinalis zu unterscheiden. Beide Egelarten leben in Süsswasser und ernährt sich von Wirbeltieren, genauer gesagt von ihrem Blut. Sie sind Zwitter, benötigen aber trotzdem einen Partner um sich fortzupflanzen. Nach erfolgter Befruchtung werden an Land Eier gelegt, welche in einem Kokon heranreifen. Blutegel werden inzwischen auch gezüchtet um zu therapeutischen Zwecken genutzt zu werden.

Blutegeltherapie

Die Blutegeltherapie gibt es schon seit mehreren hundert Jahren. Der Speichel des Blutegels enthält Substanzen, welche gerinnungshemmend, antibiotisch und entzündungshemmend wirken. Beim Saugakt gelangen sie ins Blut und können, je nach Anwendung, lokal oder systemisch wirken.

Die Blutegeltherapie ist u.a. zur Behandlung folgender Krankheiten interessant:

Arthritis, Arthrose
Hufrehe
Bänder- und Sehnenerkrankungen
Gallen
neuronale Erkrankungen
Erkrankungen der Muskulatur
Druckstellen
Abszesse, Phlegmonen („Einschuss“)
Wundheilungsstörungen
Hämatome

Allerdings gilt es zu beachten, dass es durchaus Kontraindikationen für eine Blutegeltherapie gibt! Geben Sie ihr Tier daher in die Hände eines ausgebildeten Therapeuten.

Quellen
www.dgtha.de
wiki2.benecke.com
www.blutegel.de